Schon im vergangenen Jahr war für mich klar: Da musst du wieder an den Start gehen. Die Veranstaltung war so hervorragend organisiert – Daniel und seine Familie schaffen eine Atmosphäre, in der man sich vom ersten Moment an wohlfühlt.
Als die Ausschreibung für den diesjährigen Backyard Ultra relativ früh erschien, hatte ich Glück: Dank meiner Teilnahme 2025 konnte ich einen der begehrten 82 Startplätze ergattern. Die Nachfrage war enorm – mehrere Hundert weitere Läuferinnen und Läufer hätten gerne teilgenommen, doch der Platz ließ es schlicht nicht zu.

Im letzten Jahr schaffte ich acht Runden, und damit war das Minimalziel für 2026 gesetzt. Eigentlich wollte ich diese Marke sogar deutlich übertreffen. Doch es kam anders: Ein Versuch, einige Kilometer im Training mit Carbon-Schuhen zu laufen, ging gründlich schief. Mein Knie spielte nicht mit, eine längere Pause war nötig – und damit fiel die Vorbereitung praktisch komplett aus. Dank Evas Unterstützung bekam ich das Knie zwar wieder schmerzfrei, aber konditionell sah es nicht gut aus. Vor dem Start war ich nicht einmal einen Kilometer am Stück gejoggt. Das sorgte für ein großes Fragezeichen, als ich am Samstagmorgen nach Wölfersheim fuhr.

Vor Ort richtete ich mich gemeinsam mit befreundeten Läuferinnen und Läufern im Gemeinschaftszelt ein. Jens, Alicia, Carmen, Marvin, Matthias und Lisa wollten sich ebenfalls der Herausforderung stellen. Um 08:40 Uhr fand die Laufbesprechung statt, und pünktlich um 09:00 Uhr läutete die Glocke den Start ein. 82 Athletinnen und Athleten machten sich mit ganz unterschiedlichen Strategien auf die 6,706 Kilometer lange Runde. Es war spannend zu beobachten, wie verschieden die Herangehensweisen waren – und wie viele nette Gespräche sich unterwegs ergaben. Meine Strategie war ein klassischer Run & Walk: klar definierte Abschnitte zum Joggen und zügigen
Gehen, mit dem Ziel, jede Runde in etwa 50 Minuten zu absolvieren. So blieb genug Zeit für Erholung, Kleidung wechseln oder Getränke auffüllen. Das funktionierte gut – meine Zeiten lagen konstant zwischen 48 und 55 Minuten.
Nach acht Runden musste ich mich jedoch der fehlenden Ausdauer geschlagen geben. Die zunehmende Hitze und das fehlende Training machten mir am Ende sehr zu schaffen, und schweren Herzens entschied
ich mich für den Abbruch. Mein Minimalziel hatte ich erreicht – und damit einen weiteren Ultra erfolgreich beendet. Besonders schön: Ich lief gemeinsam mit Alicia ins Ziel, die an diesem Tag ihren ersten Marathon und gleichzeitig ihren ersten Ultralauf absolvierte. Der Backyard Ultra ist ein außergewöhnliches Format. Hier geht es weniger um den reinen Wettkampf, sondern vielmehr um Gemeinschaft, Zusammenhalt und das gemeinsame Über-sich-hinauswachsen.

Die Siegerin des Tages war Desiree mit beeindruckenden 26 Runden, was 176,36 Kilometern entspricht. Jens folgte mit 25 Runden und 167,65 Kilometern auf Platz zwei. In Runde vier hatte ich noch scherzhaft zu ihm gesagt: „Ich laufe heute eine Runde mehr als du.“ Da habe ich mich wohl etwas verschätzt.
Meine Weggefährten waren am Ende sehr zufrieden mit ihren Leistungen, und es war wieder ein Mega-Event mit vielen tollen Momenten. Ein großes Dankeschön an Daniel, seine Familie und alle weiteren Helferinnen und Helfer für die großartige Organisation. Ich freue mich jetzt schon auf meinen nächsten Backyard Ultra – und hoffe, dass ich dann einige Rundenmehr laufen kann.
Bräuning, Jan Mirko 8 Runden 53,65 Kilometer